Frau im Herbst kämmt sich sanft die Haare, warmes natürliches Licht

Haarausfall im Herbst: Was wirklich dahintersteckt – und was deiner Kopfhaut jetzt hilft

Ja, mehr Haare im Herbst sind normal: Nach dem Sommer werfen viele Menschen spürbar mehr Haare ab – ein saisonales Muster, das schon lange beobachtet wird. Für die meisten legt sich das nach einigen Wochen von selbst. Was du in der Zwischenzeit wirklich beeinflussen kannst: wie schonend deine Kopfhaut und dein Haar beim Waschen behandelt werden.

Du ziehst den Kamm durch die Haare und im Abfluss der Dusche liegt wieder ein kleines Nest. Beim Zopf-Binden bleiben mehr Strähnen an deinen Fingern hängen als noch im August. Und sofort ist die Sorge da: Verliere ich gerade wirklich mehr Haare – oder bilde ich mir das nur ein? Wenn du gerade genau das durchmachst, bist du nicht allein. Und du bist – das vorweg – auch nicht kaputt.

Frau im Herbst kämmt sich sanft die Haare, warmes natürliches Licht

Ist das normal, oder sollte ich mir Sorgen machen?

Kurz gesagt: In den allermeisten Fällen ja, das ist normal. Menschliches Kopfhaar wächst nicht durchgehend, sondern in Zyklen – einer Wachstums-, einer kurzen Übergangs- und einer Ruhephase, an deren Ende sich Haare lösen und ausfallen, während an derselben Stelle bereits ein neues Haar nachwächst. Ein gesunder Kopf verliert dabei ganz normal täglich zwischen 50 und 100 Haare – das ist keine Störung, sondern der übliche Umbau, der jeden Tag passiert, egal wie du deine Haare wäschst.

Auffällig viele Menschen bemerken genau im Spätsommer und Herbst, dass sich für einige Wochen etwas mehr Haare als sonst lösen. Das Phänomen ist seit Jahrzehnten dokumentiert, auch wenn die genaue Ursache in der Forschung nicht abschließend geklärt ist – Erklärungsversuche reichen von jahreszeitlich schwankenden Wachstumszyklen bis zu Nachwirkungen des Sommers wie mehr UV-Kontakt, Salz- und Chlorwasser oder häufigerem Schwitzen auf der Kopfhaut. Wichtig ist uns hier eine ehrliche Einordnung: Das ist ein allgemeines, sehr verbreitetes Phänomen – keine Aussage über einzelne Pflegeprodukte und schon gar keine Diagnose für deinen ganz persönlichen Fall.

Wird der Ausfall einseitig oder werden einzelne kahle Stellen sichtbar, gehört das sofort in ärztliche Hände – hält er ansonsten gleichmäßig über mehr als sechs Monate an, ebenso. Dafür ist eine Haarseife – wie jedes andere Pflegeprodukt auch – schlicht nicht das richtige Werkzeug, und das würden wir dir auch nie so verkaufen wollen.

Der unterschätzte Faktor: Was beim Waschen mit deinem Haar passiert

Während du auf deine Wachstumszyklen nur bedingt Einfluss hast, hast du sehr wohl Einfluss darauf, wie viel mechanischen und chemischen Stress dein Haar beim Waschen und Stylen zusätzlich aushalten muss. Genau hier setzt der ehrlichste Teil dieses Artikels an: nicht Wachstum, sondern Schonung.

Illustration: Querschnitt einer Haarfaser im nassen und trockenen Zustand mit Keratinstruktur

Nasses Haar ist mechanisch die verletzlichste Form, in der dein Haar überhaupt vorkommt. Die Wasserstoffbrücken, die die Keratin-Struktur im trockenen Zustand stabilisieren, lösen sich beim Nasswerden – das Haar wird dadurch deutlich dehnbarer, aber eben auch reißanfälliger. Wird nasses Haar jetzt noch kräftig mit einem groben Handtuch trockengerubbelt, direkt mit einem engzinkigen Kamm durchgezogen oder mit sehr aggressiven Tensiden gewaschen, brechen mehr Haare mitten im Schaft ab, als es beim normalen Zyklus-Ausfall der Fall wäre. Das Tückische dabei: Ein abgebrochenes Haar sieht in der Bürste fast genauso aus wie ein normal ausgefallenes Haar mit Wurzel. Für dich fühlt es sich also identisch an wie „noch mehr Haarausfall“ – ist aber physikalisch eine andere Ursache mit einer anderen, viel einfacheren Lösung: weniger mechanischer Stress im nassen Zustand.

Herkömmliche Shampoos reinigen meist über anionische Tenside wie Sodium Laureth Sulfat – wirksame Netzmittel, die Fett und Schmutz binden und mit dem Wasser abspülen. Genau diese Wirksamkeit hat aber eine Kehrseite: Tenside greifen an der Haaroberfläche an, heben die Schuppenschicht (Kutikula) leicht an und können die Faser bei sehr häufiger Anwendung austrocknen und aufrauen – aufgeraute Fasern verhaken sich beim Kämmen leichter ineinander und reißen dann eher ab. Eine Haarseife funktioniert nach einem anderen chemischen Prinzip: Sie reinigt über verseifte Pflanzenöle, also über Fettsäuresalze statt synthetische Tenside. Die Reinigungswirkung ist dadurch milder, dafür bleibt anfangs oft ein hauchdünner Fettfilm zurück, der beim ersten Kontakt mit hartem, kalkhaltigem Leitungswasser mit den enthaltenen Calcium- und Magnesium-Ionen reagieren kann – eine schwerlösliche Kalkseife entsteht direkt auf der Faser. Das ist der wachsige Effekt, den viele aus der Umstellungsphase kennen, und genau den neutralisiert eine saure Rinse mit verdünntem Apfelessig gezielt, indem sie den pH-Wert an der Haaroberfläche wieder absenkt und die Schuppenschicht glättet.

Illustration: Chemische Reaktion von Kalkionen im Wasser mit Fettsäuren zu Kalkseife auf der Haarfaser

Ein Nebeneffekt, der im Herbst besonders auffällt: Rückstände von Silikonen oder unvollständig ausgespülten Conditioner-Formeln legen sich wie ein feiner Film um jede einzelne Haarsträhne. Das fühlt sich zunächst glatter an, macht das Haar aber auch schwerer und dichter – einzelne Haare kleben eher zusammen, wirken dicker gebündelt, und wenn davon dann mehr als sonst ausfallen, wirkt das Nest im Abfluss optisch dramatischer, als es der reinen Haarzahl nach eigentlich ist. Wer diese Rückstände reduziert, sieht paradoxerweise häufiger einzelne, feine Haare – das kann sich im ersten Moment nach „mehr“ anfühlen, ist aber oft schlicht bessere Sichtbarkeit statt mehr tatsächlicher Ausfall.

Drei Fakten, die diese Jahreszeit greifbarer machen

Ein Mensch hat im Schnitt zwischen 90.000 und 150.000 Kopfhaare – wie viele es genau sind, hängt stark von der Naturhaarfarbe ab: Blondinen haben statistisch die meisten Haare (bis zu 150.000), weil blondes Haar im Schnitt dünner ist und dadurch mehr Haare auf dieselbe Kopfhautfläche passen. Rothaarige haben mit im Schnitt deutlich dickerem Haarschaft die wenigsten, oft nur um die 90.000.

Die Idee, sich mit fester Seife die Haare zu waschen, ist keine neue Erfindung, sondern älter als das Flüssigshampoo selbst: Erst in den 1930er-Jahren brachte die Kosmetikindustrie mit synthetischen Tensiden das erste moderne Flüssigshampoo auf den Markt. Jahrhundertelang davor wusch man sich die Haare ganz selbstverständlich mit fester, verseifter Seife – einfach, weil es keine andere Option gab.

Kalk im Leitungswasser ist regional extrem unterschiedlich verteilt: In Teilen Norddeutschlands liegt die Wasserhärte bei unter 10 °dH (weich), in Teilen Süd- und Ostdeutschlands bei über 21 °dH (sehr hart). Das ist einer der Hauptgründe, warum zwei Frauen mit exakt derselben Haarseife und exakt derselben Anwendung von völlig unterschiedlichen Umstellungs-Erfahrungen berichten können – die Wasserhärte, nicht die Seife, macht hier oft den Unterschied.

Was du deiner Kopfhaut jetzt Gutes tun kannst

Du kannst die herbstliche Ausfallphase nicht beschleunigen oder aufhalten, und das versprechen wir dir an dieser Stelle auch ganz bewusst nicht. Was aber in deiner Kontrolle liegt, ist alles, was zusätzlich zu diesem natürlichen Zyklus auf deiner Kopfhaut und an deinem Haarschaft passiert – und das ist mehr, als es sich im ersten Moment anfühlt:

  • Reinige sanft statt aggressiv. Je milder das Reinigungsprinzip, desto weniger zusätzlicher chemischer Stress für eine Kopfhaut, die im Herbst ohnehin schon mit ihrem eigenen Zyklus beschäftigt ist. Für empfindliche Kopfhaut in dieser Phase eignet sich zum Beispiel die SCALP HARMONY™ BOX mit niedrigeren Überfettungsgraden – welcher Überfettungsgrad zu deinem Haar passt, erklären wir ausführlich in einem eigenen Artikel.
  • Vermeide unnötigen mechanischen Stress an nassem Haar. Kein festes Rubbeln mit dem Handtuch – lieber vorsichtig ausdrücken. Grobe Kämme oder Bürsten kommen erst zum Einsatz, wenn das Haar leicht angetrocknet ist, nicht direkt nach der Dusche.
  • Halte die Längen im Gleichgewicht, statt sie zusätzlich auszutrocknen. Ein Öl wie das Root & Shine Hair Elixir kann als dritter Pflegeschritt nach der sauren Rinse helfen, Feuchtigkeit in den Längen zu halten, ohne die Kopfhaut selbst zu beschweren – mehr zum genauen Ablauf liest du in unserem Artikel zum Haaröl nach der Haarseife.
  • Miss deinen Fortschritt nicht an einem einzelnen schlechten Bürsten-Tag, sondern über mehrere Wochen hinweg. Herbstlicher Haarausfall verläuft in Wellen, nicht linear – ein guter Tag sagt genauso wenig wie ein schlechter.
SCALP HARMONY Box für sensible Kopfhaut von Loona's Naturkosmetik Frau mittleren Alters bürstet ihr Haar achtsam vor einem Spiegel

Falls sich dein Haar nicht nur im Herbst, sondern grundsätzlich eher fein und kraftlos anfühlt, ist möglicherweise nicht die saisonale Phase dein Hauptthema, sondern schlicht dein genereller Haartyp – dafür gibt es die STRENGTH & GROW™ BOX mit auf feines Haar abgestimmten, niedrigeren Überfettungsgraden. Und ganz unabhängig von der Jahreszeit gilt bei jeder Haarseife dieselbe ehrliche Rechnung: Ein Stück hält – je nach Haarlänge und Waschfrequenz – ungefähr so lange wie zwei bis drei Flaschen Flüssigshampoo, bei rund 0,35 € pro Wäsche.

Root & Shine Hair Elixir Haaröl von Loona's Naturkosmetik
So beschreibt es Magdalena in einer Bewertung zur Scalp Harmony™ Box: „Gerade befinde ich mich inmitten der Umstellung. Schon beim ersten Waschen hat meine Kopfhaut spürbar erleichtert und dankbar ausgeatmet und sich entspannt…“ – ein persönlicher Eindruck, kein pauschales Versprechen. Wie sich deine eigene Umstellung anfühlt, kann anders aussehen, und das ist völlig in Ordnung.

Wann du das lieber ärztlich abklären lässt

Verstärkter Haarausfall im Herbst betrifft für gewöhnlich die ganze Kopfhaut gleichmäßig und normalisiert sich innerhalb einiger Wochen bis weniger Monate von selbst. Ganz unabhängig davon, ob du gerade eine Haarseife, ein Shampoo oder gar nichts Neues verwendest, gilt: Fällt dir Haarausfall an einzelnen, klar abgegrenzten Stellen auf, hält er länger als sechs Monate unvermindert an, oder kommen Symptome wie Schmerzen, starke Rötung oder Entzündungen der Kopfhaut hinzu, ist das ein Fall für Hausärztin, Hausarzt oder eine dermatologische Praxis – nicht für Selbstversuche mit Pflegeprodukten, egal welcher Marke. Das ist keine Floskel, sondern unsere ehrliche Meinung: Wir verkaufen Seife, keine Diagnosen.

Häufige Fragen zu Haarausfall im Herbst

Wie viele Haare am Tag sind normal?

Zwischen 50 und 100 ausgefallene Haare pro Tag gelten als normaler Teil des Haarzyklus. Bei besonders dichtem Haar kann die Zahl auch etwas höher liegen, ohne dass das automatisch ein Warnsignal ist.

Warum verliere ich im Herbst mehr Haare als im Frühling?

Viele Menschen bemerken im Spätsommer und Herbst eine saisonale Schwankung mit spürbar mehr Haarausfall. Die genaue Ursache ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt, wird aber unter anderem mit den Nachwirkungen des Sommers – Sonne, Hitze, Salz- und Chlorwasser – in Verbindung gebracht.

Kann eine Haarseife Haarausfall stoppen?

Nein, das kann und verspricht keine Seife – auch unsere nicht. Was eine milde, auf deine Kopfhaut abgestimmte Reinigung leisten kann, ist, zusätzlichen mechanischen und chemischen Stress von einer Kopfhaut fernzuhalten, die gerade ohnehin mit ihrem eigenen Zyklus beschäftigt ist.

Wie lange dauert die Umstellung auf Haarseife, wenn ich gerade im Herbst-Ausfall bin?

Genau wie sonst auch individuell zwischen wenigen Wäschen und einigen Wochen. Eine parallel laufende Herbstphase verändert diesen Zeitraum nicht grundsätzlich, kann die eigene Einschätzung am Anfang aber etwas erschweren, weil sich beide Effekte überlagern.

Was kann ich zusätzlich zur Kopfhautpflege tun?

Iss ausgewogen, trink genug, und vermeide zu enge Frisuren sowie sehr heißes Föhnen direkt auf der Kopfhaut. All das ist zusätzlicher, vermeidbarer Stress für Haar, das gerade ohnehin in einer sensibleren Phase steckt. Wenn zusätzlich die Heizungsluft die Kopfhaut austrocknet, findest du in unserem Artikel zu statischem Haar im Winter weitere Tipps, die sich gut ergänzen.

Nahaufnahme einer Bürste mit wenigen Haaren, ruhige herbstliche Stimmung

Wenn du unsicher bist, welche Überfettungsstufe oder welches Pflegeprodukt gerade zu deinem Haar passt, probier unsere kurze Haaranalyse – 6 Fragen, eine ehrliche Empfehlung, kein Rätselraten. Und falls es einfach nicht passt: Du hast 100 Tage Zeit, es in Ruhe auszuprobieren.

Mehr Haare im Herbst zu finden ist unangenehm, aber in den allermeisten Fällen kein Grund zur Sorge – eine saisonale Phase, die genauso kommt, wie sie wieder geht. Was du in der Zwischenzeit wirklich in der Hand hast, ist nicht, ob deine Haare gerade wachsen oder ruhen, sondern wie schonend du mit ihnen umgehst, während sie es tun. Häng dich weniger an der einzelnen Strähne in der Bürste auf und mehr an das große Bild über mehrere Wochen. Und falls sich danach nichts beruhigt: Das ist ein Fall für eine Ärztin, nicht für einen Blogartikel.

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